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Ein Tagestrip nach Olbia auf Sardinien

Olbia auf Sardinien ist ein Ziel, wo man nicht unbedingt gewesen sein muss. Das wusste ich aus zahlreichen Reiseberichten aus Foren schon vorher. Als es bei der Nikolaus-Aktion bei TUIfly aber Flüge für 6 Euro inklusive Steuern und Gebühren gab, konnte ich nicht widerstehen. Das Flugzeug, eine Boeing 737-700, flog am Samstag u.a. das Routing Stuttgart – Olbia – Hamburg – Stuttgart. Meine Aufenthaltszeit in Olbia sollte sich somit ohnehin nur auf die Zeit beschränken, in der das Flugzeug nach Hamburg und zurück flog. Selbst diese Zeit war aber letztlich schon zu lang.

Fast pünktlich ging es am Samstag um 11.15 Uhr los. Nervig war zuvor eine etwa 20minütige Wartezeit vor der Sicherheitskontrolle in Stuttgart. Von acht Kontrollstellen waren im Terminal 3 zu dieser Zeit nur fünf besetzt. Wenn im Terminal 3 viel los ist, kann man die Sicherheitskontrolle in Stuttgart beispielsweise auch im Terminal 1 passieren, weil airside alles miteinander verbunden ist. Am Samstag war aber auch dies keine Alternative. Normalerweise hätte die Besetzung der Kontrollstellen für einen Samstagvormittag gereicht. Vorgestern waren allerdings viele Reisende unterwegs, die die Schulferien zu Fasching nutzen wollten. Es waren also nicht nur mehr Reisende am Flughafen, sondern auch noch eine ganz spezielle Klientel. Während Business-Flieger schon lange wissen, dass Getränkeflaschen im Handgepäck nichts zu suchen haben, wussten dies viele Urlaubsflieger nicht (oder wollten es nicht wissen). Dadurch wurde die Kontrolle leider in die Länge gezogen. Es wäre schön, wenn mehr Leute vor dem Abflug die Hinweise auf ihren Tickets durchlesen würden.

TUIfly Boeing 737-700 auf dem Flughafen Olbia

Der Flug nach Olbia war unspektakulär. Ich hatte extra einen Platz am rechten Fenster genommen, um Korsika zu sehen. Leider war Korsika auch dieses Mal wieder unter einer dichten Wolkendecke versteckt. Sehr wohltuend war die kostenlose Bordverpflegung, die TUIfly auf den meisten Flügen inzwischen wieder eingeführt hat. Die Käselaugenstange, die es sowohl beim Hin- als auch beim Rückflug gab, war wirklich lecker. Angesichts dessen, was man sonst so über den Wolken zu essen bekommt, fühlte man sich hier fast schon in der Feinkostabteilung. Da kann man bei dem Flugpreis nicht meckern. ;-)

Für den Transfer vom Flughafen Olbia Costa Smeralda (wie er offiziell heißt) nach Olbia stehen Linienbusse zur Verfügung. Wie in Italien mehr oder weniger üblich gab es die Tickets nicht beim Fahrer. Im Ankunftsbereich des Flughafens steht ein Automat, der Fahrkarten für den Bus für 80 Cent verkauft. Während die Maschine jegliches Kleingeld von der 5 Cent Münze an aufwärts annahm, hat sie sich beharrlich geweigert, 1 Euro Münzen zu verarbeiten. Wahrscheinlich kann der Automat kein Wechselgeld auszahlen. Wer also nach Olbia fliegt und den Bustransfer in die Stadt braucht, sollte möglichst passendes Kleingeld mitnehmen. Mir half die Dame am benachbarten Informationsschalter des Flughafens mit Wechselgeld aus. Allerdings musste ich dafür ein paar Minuten anstehen (in wärmeren Jahreszeiten dürfte noch mehr Betrieb herrschen). Da die Fahrkarten erst im Bus entwertet werden, kann nach der Landung in Olbia auch schon die Fahrkarte für die Rückfahrt zum Flughafen gekauft werden – wenn man denn passendes Geld dabei hat. Nach ihrer Entwertung gelten die Fahrkarten 90 Minuten für Busfahrten im Stadtgebiet von Olbia.

Der Flughafen befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Bebauung von Olbia. Die Entfernung in die Innenstadt beträgt nur etwa drei Kilometer. Eigentlich könnte man die Strecke auch zu Fuß zurücklegen. Bei dem niedrigen Preis für den Bus gibt es aber nicht wirklich einen Grund dazu, außer dass sich so die Zeit besser totschlagen lässt. Zeit hat man genug in Olbia, denn der Ort hat im Vergleich zu anderen italienischen Städten wenig zu bieten. Ich bin nach einem kurzen Spaziergang durch die Altstadt Richtung Hafen marschiert und habe mich auf einer Bank niedergelassen. Glücklicherweise waren die Wolken abgezogen, so dass es in der Sonne bei knapp 15 Grad ganz angenehm war. Um die örtliche Gastronomie machte ich einmal mehr einen Bogen. Ein Low Cost Ziel ist Olbia allenfalls in Bezug auf den Flug. Die vor den Restaurants aushängenden Speisekarten enthielten ansonsten recht gepfefferte Preise.

Altstadt von Olbia

Bevor hier ein allzu schlechter Eindruck entsteht, sei bemerkt, dass es in der Umgebung wunderschöne Strände gibt. Beim Anflug auf Olbia konnte ich mir davon selbst ein Bild machen. Bei einem kurzen Tagestrip (“Halbtagestrip” wäre wohl passender) hat man davon aber nichts, zumal es Winter ist. So lässt sich die Empfehlung geben, länger auf Sardinien zu bleiben und zu einer wärmeren Zeit zu kommen. Dann sind allerdings die Flüge teurer. Wer flugverrückt ist, hauptsächlich fliegen will und an billige Flüge kommt, wird auch im Olbia-Tagestrip seinen Reiz entdecken.

Während das Flugzeug beim Hinflug dank der Faschingsferien in Baden-Württemberg mit 60 Prozent noch einigermaßen ausgelastet war, war der Rückflug sehr privat. Ich würde schätzen, dass drei von vier Plätzen unbesetzt blieben. Überpünktlich hob das Flugzeug schon ein paar Minuten vor 19.45 Uhr in Olbia ab und erreichte Stuttgart um kurz nach 21 Uhr rund eine halbe Stunde vor der geplanten Ankunftszeit. Als die Passagiere mit dem Bus am Terminal abgeliefert wurden, wurde das Gepäck bereits ausgegeben. Selbstverständlich ist dies in Stuttgart nicht. Ich hatte im vergangenen Sommer mehrfach Wartezeiten von mehr als einer halbe Stunde nach meiner Ankunft am Gepäckband. Leider hatte ich dieses Mal nichts davon, weil ich nur mit Handgepäck unterwegs war.

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