Ein Tagestrip nach Sylt
Tagestouristen gibt es auf Sylt wahrlich eine Menge. Die allermeisten fallen am Wochenende aber mit dem Zug über den Hindenburgdamm ein. Tagesausflügler, die mit dem Flugzeug anreisen, dürfte es hingegen eher weniger geben. Trotzdem war es für mich nach fast genau 30jähriger Abstinenz mal wieder Zeit auf die nördlichste deutsche Insel zu kommen. Ein günstiges Angebot von Air Berlin machte es möglich, dass ich schließlich am vergangenen Samstag von München nach Westerland und zurück flog.
Den Ausflug als Tagestrip zu bezeichnen ist fast schon übertrieben, weil die Aufenthaltszeit dafür zu kurz war. Die Maschine flog folgendes Routing: München-Sylt-Berlin-Sylt-München. Meine Aufenthaltszeit beschränkte sich somit auf die Zeit, in der das Flugzeug von Sylt nach Berlin und zurück flog. Viel Zeit stand auf Sylt also nicht zur Verfügung, so dass von vornherein klar war, dass es auf einen Strandspaziergang in Westerland, wo der Flughafen liegt, hinauslaufen würde. Vom Terminalgebäude des Flughafens, das rekordverdächtig klein ist, bis zum Strand läuft man etwa eine halbe Stunde, wobei man sich kaum verlaufen kann. Am Strand dann eine böse Überraschung, mit der ich als jemand, der eigentlich nie in Deutschland Urlaub macht, nicht gerechnet hatte. Die Strandpromenade darf man erst betreten, wenn man Kurtaxe bezahlt. Also zahlte ich diese, damit ich endlich am Strand spazieren gehen durfte. Später stellte ich fest, dass es auch Übergänge an den Strand gegeben hätte, wo keine Kurtaxe kassiert worden wäre. Aber wer will schon diese bettelarme Insel um die ihr zustehende Kurtaxe bringen?

Zwar war es zehn Grad kühler als beim Abflug in München. Dafür war aber keine Wolke am Himmel, so dass ich den kurzen Aufenthalt auf Sylt genießen konnte und anschließend mit einem Sonnenbrand nach Hause kam. Essen zu gehen habe ich mir verkniffen. Irgendwie fühlte ich mich durch die Kurtaxe schon abkassiert genug. Die ausliegenden Speisekarten offerierten auch keine Gerichte zu Schnäppchenpreisen.
Westerland machte auf mich keinen besonders vorteilhaften Eindruck. Dazu ist die ein oder andere Bausünde früherer Jahrzehnte doch zu unübersehbar. Am Strand zu sitzen oder auf einer der zahlreichen Bänke ist hingegen wirklich toll, wenn das Wetter mitspielt, was bei meinem Trip zum Glück der Fall war. So hieß es dann auch bald wieder Abschied zu nehmen vom Strand und den Rückweg zum Flughafen anzutreten. Der Rückflug verlief unspektakulär mit einem schönen Blick auf Hamburg.
Meine Insel wird Sylt sicherlich nicht. Dafür ist das Wetter auf Mallorca einfach zu gut und die Preise moderater. Auch musste ich beim Tagestrip dort noch nie Geld für die Strandbenutzung bezahlen. Der Verlust für Sylt wird sich aber in Grenzen halten. Auf Touristen wie mich dürfte man dort ohnehin verzichten können.
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